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Galaxy on Fire 2 Entwicklertagebuch Teil 4: Der Sound von Galaxy on Fire 2

12.08.2010 | 6 Kommentare | Smartphone Games News, iPhone Games News, iPhone News

Die ersten drei Teile der Galaxy on Fire 2 Entwicklertagebücher haben uns bereits tiefe Einblicke in die kommenden Reisen des Söldners Keith T. Maxwells gewährt. Neben Chefentwickler Hans-Christian Kühl, der in Teil 1 und Teil 2 Einblicke in Programmierung und Ablauf der Produktion gab, kam in Teil 3 Fishlabs Art Director Marc Nagel zu Wort, der Artwork und das grafische Konzept der Galaxy on Fire Serie erläuterte.

Im aktuellen Kapitel wollen wir uns einem Thema widmen, dessen Bedeutung für Stimmung und Gesamteindruck nach wie vor von vielen Spieleproduktionen abseits der AAA-Konsolen-Titel unterschätzt wird: Sound Design und Musik. Unsere Interview Partner sind Gero Goerlich, Sound Director bei Fishlabs und Jan Werkmeister, Geschäftsführer von Periscope Studio in Hamburg, das mit der Umsetzung der Musik für GoF 2 beauftragt wurde.

Arbeitsplatz bei Periscope Studio

 GERO: [lacht] Ton? Wir reden über Ton?

KAI: Genau. Für Fishlabs sind Sound Design und Musik bei Galaxy on Fire 2 ein großer Schritt. Unter anderem ist in Teilen des Spiels die Vertonung der Dialoge geplant. Bis jetzt wurden die in unseren Titeln ja stets nur mit Schrift bzw. Einblendungen realisiert.

GERO:  Ja, wir werden das jetzt wohl tatsächlich machen!

JAN: Da seid ihr jetzt mit Jeremiah [T-Recs Studios] unterwegs, wie ich hörte, richtig?

GERO: Ja, genau. Mit Jeremiah hatten wir auch bereits die Sprachaufnahmen des Co-Piloten in Rally Master Pro gemacht. Auch wenn das ein vergleichsweise kleiner Job mit nur einem Sprecher war, haben die Jungs sich da gut reingehängt. Für die Dialoge in GOF 2 brauchen wir allerdings sechs Sprecher, die dann teilweise auch noch unterschiedliche Charaktere sprechen müssen. Insgesamt haben wir über 400 Dialoge, die gesprochen werden müssen.

KAI: Mal zurück zu den Basics: Wie viel Prozent eines guten Spiels machen eigentlich Sound Design und Musik aus?

GERO: Ungefähr 33,33%.

KAI: Was sind die anderen Faktoren?

GERO:  33,33 % Gameplay und 33,33% für den anderen Sinn, mit denen der Mensch wahrnimmt, also die Grafik des Spiels. Riechen und Tasten gibt es ja nicht.

KAI: Was macht bei einem Weltraum Shooter wie Galaxy on Fire 2 die Herausforderung bezüglich Sound Design und Musik aus?

GERO: Man hat eine gewisse grafische Stimmung, die vorgegeben wird und die muss durch den Ton auch entsprechend umgesetzt und unterstützt werden. Ob das jetzt Musik oder Geräusch ist: Man muss einen Weg finden, die Spannung und die Stimmung, die erzeugt werden soll, auch rüberzubringen und gegebenenfalls zu verstärken.

JAN: Wir haben ja die Musik gemacht. Beim Sound Design ist es so, dass man extrem auf Ereignisse oder Handlungen eingehen kann. Da ist zum Beispiel eine Explosion, also gibt es natürlich einen Explosionssound. Ich kann auch mit Atmosphären arbeiten, kann gewisse Hintergrundstimmungen erzeugen. Was ich mit Musik machen kann, geht allerdings noch einen Schritt weiter. Hier geht es um das, was zwischen den Zeilen liegt. Bestes Beispiel sind die Midorianer, über die Du [Gero] sagtest: “Die sind irgendwie nicht so hochwertig, nicht so gut ausgerüstet”, also “not much value”. Das versuchen wir dann, mit der Musik rüberzubringen. Ich kann durch Musik sofort Dinge ausdrücken, die sich dem Spieler im Spiel wenn überhaupt erst nach vielen Stunden Gameplay erschließen.

KAI: Führt klassischerweise das Sound Design und die Musik setzt hinterher auf? Wie muss ich mir das vorstellen?

GERO: Das Eine hat mit dem Anderen schon zu tun, aber man startet erstmal anders: “Was ist denn das eigentlich?” und: “Was braucht man dafür?”. Ich habe anfangs verschiedene Musikbeispiele und Stilrichtungen herausgesucht, um allen Beteiligten in der Firma einen ersten Eindruck bezüglich der angestrebten Richtung zu geben. Das heißt, erst einmal durch Musik und Geräusche eine Soundwelt vorzugeben. Auf der einen Seite hat man dann die “One-Shot-Geräusche”, die müssen auch irgendwie in sich geschlossen sein. Man kann zum Beispiel nicht den Sound einer Westernpistole in ein Galaxy on Fire 2 integrieren. Die Sounds müssen hier eben eher technisch, futuristisch klingen. Nachdem solche Vorgaben und die Richtung, in die wir wollten, klar waren, kam dann Periscope ins Spiel, die das dann in Form der Musik vervollständigt und super umgesetzt haben.

Gero Goerlich, Sound Director Fishlabs (links) und Jan Werkmeister, Managing Director Periscope Studio

KAI: Wie wichtig ist Position eines Inhouse Sound Designers innerhalb einer Spiele Produktion?

JAN: Dadurch werden die Sachen wie aus einem Guss. Du [Gero] hast Dir ja nicht nur ein Sound Design ausgedacht und dann kommt irgendeine Musik dazu, sondern du hast dir genau überlegt, wie es sein soll und wir haben sehr eng auf einer Ebene kommuniziert, die mit Entwicklern sonst nicht immer sofort möglich ist. Auf dieser Grundlage konnte ich Aussagen wie: “Das muss ein bisschen mehr so klingen”, sofort aufnehmen, kann damit etwas anfangen und sie entsprechend umsetzen. Das Ergebnis wurde dadurch sehr stimmig. Ich war einfach überrascht, denn ich hatte ja das Sound Design vor der Beta noch nicht gehört. Als du [Gero] es mir dann vorgespielt hattest, dachte ich dann gleich: “Zack! Rund! Das funktioniert!”.

GERO: Der Vorteil des Sound Designs inhouse ist, dass ich verstehe, wie die Menschen ticken. Die eine Seite ist, was man nach außen darstellen möchte, aber die andere Seite ist, was nach innen läuft, also was für ein Gefühl die Mitglieder im Team selber gegenüber dem Spiel haben. Das Schöne ist, dass Du dadurch am Ende ein rundes Werk hast, bei dem die Musik zu den Geräuschen im Spiel passt.

JAN: Eigentlich ist dieses Vorgehen für jede höherwertige Spieleproduktion nötig. Oft übernehmen wir diese Aufgaben, aber wenn jemand beim Entwickler sitzt, der fit ist und in beide Richtungen kommunizieren kann, ist das natürlich viel besser.

GERO: Man hat auf jeden Fall ein gutes Gefühl bei dem Spiel. Die Musik spiegelt die Atmosphäre im Spiel gut wieder und fällt auch nach längerem Spielen nicht auf die Nerven. Ein gut funktionierendes Beispiel ist die Layermusik, die bei den Kämpfen zum Einsatz kommt: Wir haben uns überlegt, eine gewisse Dramatik reinzubringen, durch dreistufige Spannungs- bzw. Intensitätsgrade in den verschiedenen Layern der Kampfmusik. Selbst wenn man die Feinde noch nicht sieht, weiß man sofort, wie heftig es gleich zur Sache gehen wird.

JAN: GoF 2 unterscheidet sich in dieser Herangehensweise an Sound Design und Musik übrigens überhaupt nicht von einem AAA-Konsolentitel, was im Bereich der Mobile Games sicherlich momentan eher die Ausnahme ist.

KAI: Welche Sounds sind für GoF 2 besonders wichtig?

Jan Werkmeister von Periscope Studio vor der Kommandobrücke

GERO: Im Laufe seines Lebens lernt man Geräusche kennen und lernt sie zu identifizieren. Man sieht zum Beispiel wie eine Tür zufällt und hört “Bam!”, die Tür fällt zu. Irgendwann später weißt Du dann auch, dass die Tür zufällt, ohne den Vorgang tatsächlich zu sehen, denn das Geräusch und das damit verbundene Ereignis sind gelernt. Nach dem gleichen Prinzip funktioniert das auch bei GoF 2. Natürlich hört man im Vakuum des Weltraums keinen Ton, aber es gibt schon lange SciFi-Filme, die eine gewisse Soundwelt erschaffen haben, die über die Jahre von den Zuschauern gelernt wurde. Wenn sie jetzt etwas hören würden, was komplett anders klingt, würde das dazu einfach nicht passen. Dadurch hat man eine gewisse Vorgabe, wie zum Beispiel das typische “Zuuuiiii-Zuuuuiiii” von Laserwaffen.

Von da aus muss man jetzt versuchen, etwas Neuwertiges zu erschaffen. Zum Beispiel die Integration von organischen Sounds. Ich habe das Kreischen von Schweinen auf eine Waffe drauf gelegt, sehr schön!

KAI: Schweinekreischen!?!

Soundsampel (click to play): Schweine im Weltall!

JAN: Das spricht natürlich auf einer anderen Ebene Emotionen an, die man nur durch ganz bestimmte Geräusche triggern kann.

GERO: Die Möglichkeiten sind sehr vielfältig. Man könnte natürlich auch nur den Synthie zur Hilfe nehmen und macht wieder das typische “Zuuuiiii-Zuuuui” und verändert es noch ein bisschen, aber dann klingt es halt auch einfach nur nach Synthie.

Soundsampel (click to play): Zuuuiiii!!!!!

Oder man fängt an zu “basteln” und das Resultat wird wesentlich vielschichtiger, wie bei unserem Blaster, der mit Schweinekreischen angereichert wurde.

Soundsampel (click to play): Mit Schweinekreischen unterlegter Lasersound

JAN: Ohne Basteln wird es halt eindimensional. Ich glaube man muss beim Sound mit diesem mehrdimensionalen Ansatz rangehen, bei dem jede Spur für etwas steht. Ohne das kommt man im modernen Sound Design eigentlich gar nicht mehr aus.

KAI: Was ist die Quelle der meisten Sounds in GoF 2?

GERO: In GoF 2 gibt es keinen Sound, der in einer Library zu erstehen ist. Jeder einzelne Sound im Spiel wurde aus vielen verschiedenen Sounds neu zusammengebaut. Für die ganzen Waffensounds habe ich mir zum Beispiel im Kopf erst einmal überlegt, wie die Waffe überhaupt aussieht und funktioniert, zum Beispiel ein Thermoblaster, um dann so eine Art akustischen Bauplan zu erstellen.

JAN: Das kenne ich von unseren Sound Designer: Dieser physikalische Ansatz, also die Überlegung darüber, was die Waffe eigentlich macht: Erst wird Energie erzeugt, dann gesammelt und schließlich komprimiert abgegeben über ein schmales Rohr. Mit solchen Überlegungen nähert man sich Stück für Stück dem finalen Sound.

GERO: Wichtig ist dabei auch der Begriff der “Soundwelt”. In GoF 2 gibt es viele Waffentypen mit unterschiedlichen Ausbaustufen. Jede Waffe muss sich unterschiedlich anhören aber dennoch vom Typ her zuzuordnen sein. Thermoblaster haben zum Beispiel eine Soundwelt.  Das heißt jeder klingt unterschiedlich, aber sie haben gewisse akustische Merkmale, die man immer wiedererkennen kann. Das gibt es zum Beispiel auch bei den “Canonshots”, die eher mechanisch und weniger elektrisch klingen. Auch sie bilden wiederum eine eigene Soundwelt innerhalb des GoF 2 Universums.

KAI: Was kannst Du uns zur Musik erzählen?

JAN: Der Ansatz ist natürlich ähnlich. Bei der Musik ist es noch emotionaler und man arbeitet mehr aus dem Bauch heraus. Das heißt, wir versuchen aus einer Emotion bzw. einer groben Beschreibung wie: “Die Midorianer sind weniger wertig” oder: “Sie verfügen über veraltete Technologie” eine Stimmung aufzugreifen und diese durch Musik entsprechend wiederzugeben. Klar arbeitet man auch mit Synthesizern, aber einer allein ist hier quasi wertlos. Man muss sie übereinanderlegen und diese verschiedenen Elemente miteinander kombinieren und dadurch neue Musikwelten schaffen.

Im Aufnahmestudio von Periscope Studio in Hamburg

KAI: Gibt es dabei unterschiedliche Ansätze für die verschiedenen Fraktionen des GoF 2 Univesums?

JAN: Für die Midorianer hat man zum Beispiel einen Grundpool an Klängen: So müssen Midorianer klingen. Daraus wird dann die Spacemusik gebaut und die Abwandlungen davon. Was ich besonders wichtig finde bei der Arbeit mit Musik, ist die harmonische Herangehensweise. Mit einem Intervall von zwei Tönen kann man schon wahnsinnig viel aussagen. Das hört man gut am Beispiel des Terraner Space. Alles offen, da ist überhaupt nichts, was einen harmonisch in irgendeine Richtung bringt.

Soundsampel (click to play): Terranischer Raum

Dementsprechend ist auch die Terraner Station. Hier hört man dieses offene, Air-mäßige, harmonische, gar nicht verfängliche Thema.

Soundsampel (click to play): Terranische Station

Im Gegensatz dazu haben wir die Midorianer. Ganz klar ein Moll-Ansatz. “huuuuuhhh”, Ein bisschen komisch, “huuuuuuuhhhhh”. Mit dumpfen Sounds, im Prinzip Low-Fi und ein bisschen muffig. Damit drücke ich auch gleichzeitig aus, dass es wenig wertig ist. Das kommt sehr schnell rüber.

Soundsampel (click to play): Midorianischer Raum

Dann hören wir uns mal den Nivelianer Space an. Das hat vom Ansatz her eine höherer Ähnlichkeit zu den Terranern. Sie sind auf einem etwas höheren technischen Niveau.  Das Thema ist auch wieder sehr offen und hat noch mehr hohe Klangelemente drin.

Soundsampel (click to play): Nivelianischer Raum

KAI: …das hat so eine ätherische Eleganz…

GERO: [lacht] Ätherische Eleganz! Das muss ich mir aufschreiben…

JAN: …das ist im Prinzip genau der Punkt, der das wertig macht.

Dann sind da die bionischen Wesen, die Vossk.

Soundsampel (click to play): Vossk Raum

GERO: Ein bisschen krank, nicht so ganz klar…

JAN: Halbmechanische, biomechanisch, zerrende Sounds. Das kommt noch viel deutlicher in der Station rüber. Verzerrte Sounds, Metal sind irgendwie so das Thema. Die Harmonik ist eher freakig. Das heisst, dass man da mit Intervallen und Sounds im Hintergrund arbeitet, die einem von vornherein seltsam und komisch vorkommen.

Soundsampel (click to play): Vossk Station

KAI: Ein bisschen disharmonisch…

JAN: Ja. Wie Gero schon sagte, hat der Mensch in seinem Leben gelernt, wie bestimmte Sachen klingen. Darauf kann man gut aufbauen. In der Harmonielehre wird viel darüber gesagt, wie man mit Intervallen arbeitet. Im Open Space von GoF 2 arbeiten wir mit Quinten und großen Intervallen, die nach oben gehen. Ich möchte hoch hinaus mit Septimen. Die Star Wars Musik ist zum Beispiel mit großen Septimen angelegt, die sehr oft vorkommen. Wenn man mit kleinen beengten Räumen arbeiten will, hört sich das eher so an:

Soundsampel (click to play): Midorianische Station

Kleine Intervalle, alle Sounds sind dicht beieinander. Die Größe des Raums kann ich relativ schnell mit dem Frequenzspektrum ausdrücken.

KAI: Ihr habt anfangs bereits die layerbasierte Battlemusik erwähnt.  Gibt es auch hier verschiedene Themen für die einzelnen Fraktionen?

JAN: Was die Battlemusik angeht, haben wir bei GoF 2 grundsätzlich zwei verschiedene Ansätze: Auf der einen Seite den “normalen” Ansatz, der sich mehr an orchestrale Ansätze aus Hollywood anlehnt, angereichert mit Synthesizern, also ein sehr filmischer Ansatz.

 Soundsampel (click to play): Kampfmusik

Auf der anderen Seite haben wir den “Void-Ansatz”, der wirklich sehr viel brutaler rangeht. Es hat zwar etwas von klassischen SciFi-Ansätzen wie Bladerunner, ist aber noch sehr viel moderner.

Komponist und Sound Director philosophieren über die Bedeutung von Sound in iPhone Games

GERO: Ja, Battle ist Battle. Da wird außer bei den Void nicht unterschieden. Wenn man gegen Gegner aus den normalen Galaxien kämpft, läuft die normale Battlemusik. Je nach Anzahl der Gegner geht es dann richtig ab oder weniger. Wenn Du allerdings gegen die Void kämpfst, kommt sofort diese aggressive Musik und du denkst sofort: “Ach Du Sch…. !”, und Du hast eben auch gleich ein entsprechendes Gefühl. Hier gibt es keine Stationen, die man betreten kann und auch keine Verschnaufpausen.

JAN: Genau: Nix handeln, nix nett. Stell Dir einfach mal vor, Du fliegst erst gemütlich hier lang.

Soundsampel (click to play): Terranischer Raum

Dann machst Du einen kleinen Sprung und kommst plötzlich hier an:

Soundsampel (click to play): Void Kampfmusik

Und es ist relativ klar, was los ist. Mir fällt dann immer diese Szene aus “Blade” mit der Blutdusche ein. Ich glaube, dass man sofort merkt, wo man gelandet ist, wenn man diesen Sound hört. Dafür muss ich übrigens auch kein Musikprofessor sein, sondern es wirkt bei jedem Menschen auf Knopfdruck.

GERO: Dieser Punkt ist wirklich besonders wichtig. Musik und Sound an sich sind eine Gefühlssache und weniger offensichtlich als Grafik. Das heißt ein Betrachter, zum Beispiel der Spieler, sieht etwas und sagt: “Oh, das sieht aber schön aus!”, aber es kommt selten vor, dass jemand sagt: “Oh, das hört sich aber toll an!” Man merkt nur: “Das Gesamterlebnis ist irgendwie stimmig!” Passt der Sound nicht zum Bild, springt es einen jedoch geradezu ins Gesicht, das etwas nicht stimmt, auch wenn man gar nicht genau weiß, warum.

KAI: Das heißt Sound Design und Musik haben einen wesentlich größeren Einfluss auf die Wirkung von Bildern, als wir landläufig glauben?

JAN: Ich habe da ein super Beispiel: Wir hatten seinerzeit an der Filmmusikhochschule und hatten ein Seminar für Filmmusik besucht und ich glaube das Erste, was uns der Professor zeigte, waren Bilder von Wasser, schwimmenden Menschen, Sonne im Himmel, alles wunderbar von unten, unterlegt mit einer wunderbar harmonischen angenehmen Musik. Alles war prima. Dann machte er die Orginalmusik an und es war “Der Weisse Hai”. Dabei dachte man doch zuerst “Oh, die blaue Lagune!” und plötzlich dreht sich der Eindruck der Bilder um 180 Grad.

GERO: Das ist der Punkt: Die gleiche Sequenz, es ändert sich nichts am Bild und doch ändert sich alles – das ist Ton.  Weil man es nicht riechen, anschauen und anfassen kann, spielt sich das ganze aber einer unterbewussten Ebene ab.

JAN: Was natürlich auch die Position von Ton in einer Produktion nicht leichter macht.  Viele Entwickler sind dem Fach nicht sehr nahe, daher ist das Thema Sound häufig eines der letzten, um das man sich kümmert. Da nimmt GoF 2 schon einen ganz anderen Ansatz mit einem Experten inhouse und einem Experten außerhalb in dem vollen Bewusstsein, dass es die Produktion voranbringt. Am Ende werden die Spieler vielleicht sagen: “Geil!”, aber werden noch nicht einmal wissen, warum.

KAI: Wie würdet ihr die Sound- und Musikwelt von GoF 2 charakterisieren?

GERO: Es ist schwer zu beschreiben. Wir haben hier eine eigene Welt, die sich aus allen Elementen wie Grafik und Story ergibt.  Einerseits gibt es Space mit Planeten, Sonnen, schicken Nebeln und Myriaden von Sternen, wie man ihn kennt. Er sieht gut aus, vor allem auf diesen kleinen Geräten ist das natürlich der Oberhammer. Aber dann ist da noch diese Offenheit, die für GoF 2 ganz charakteristisch ist. Der Sound unterstützt diese offene, variantenreiche Welt. Man kann daher nicht sagen, dass das wie Star Wars oder Star Trek ist. Das hat damit überhaupt nichts zu tun. Es ist losgelöst davon, eine eigene Idee. Wir haben viel darüber nachgedacht und heftig diskutiert, wie wir einen eigenen GoF 2 Sound entwickeln können. Ich denke, das ist uns auch gut gelungen. Gleichzeitig ist es aber auch schwer zu beschreiben  da man den Sound nicht gut mit bestehenden Titeln vergleichen kann.

JAN: Ich denke, es ist das Ergebnis eines Prozesses. Von den ersten Beispielen, die Du [Gero] bereitgestellt hast, war zwar eine grobe Richtung da, aber klanglich sind wir in der Folge schon in andere Welten gedrungen, besonders in Bezug auf die Komplexität. Wir sind bei den Midorianern schon so weit gegangen, dass wir teilweise schon wieder zurückrudern mussten, denn manches geht sicherlich über die normalen Höhrgewohnheiten hinaus.

GERO: Du hast von dem digitalen Hardcore Void Battlesound bis hin zu sehr organischen und harmonischen Klängen alles.

JAN: Trotz der Bandbreite würde man merken, wenn etwas nicht reinpasst. So ist es eine Bandbreite, die zusammengehört.

GERO: Es hat eine Handschrift.

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Rally Master Pro™ rollt nun auch auf dem iPhone an den Start

26.10.2009 | 2 Kommentare | iPhone Games News

Rally Master Pro, The Best Mobile Game 2008, rollt jetzt auch auf dem iPhone an den StartSeit Januar arbeiten wir nun hart an Rally Master Pro™ und in den letzten paar Monaten ist das Team auf mehr als zehn Entwickler angewachsen, die jeden Tag an unserem neuesten iPhone Game feilen: Drei Programmierer arbeiten parallel am Programmcode, drei 3D-Designer sorgen für den letzten Schliff an den Strecken und Fahrzeugen, unser internes QA-Team und unser Producer suchen hartnäckig nach den letzten Bugs, während unser Technischer, Kreativ- und Art-Director ein scharfes Auge darauf haben, dass alles perfekt ausgeführt wird. Alles in allem hat es noch mal genau so lange gedauert, Rally Master Pro™ fürs iPhone aufzubohren, wie die ursprüngliche Entwicklung für Java. Aber jetzt haben wir es geschafft und warten nur noch auf das Approval von Apple.

Echte Strecken, viele Strecken, noch mehr Strecken

Rally Master Pro kommt mit 27 detaillierten und abwechslungsreichen Strecken aufs iPhoneBei einer Rallye geht es mit einem Affenzahn über Pisten mit unterschiedlichen Oberflächen wie Asphalt, Schotter und Sand als gäbe es kein Morgen. Die Strecken sind mal breit, mal schmal und Geraden wechseln sich mit verschiedensten Kurven ab, die du am besten im harten Drift nimmst. Natürlich geht es bergauf, bergab, über unübersichtliche Kuppen oder durch plötzliche Verengungen. Jede Strecke hat so ihre eigene „Persönlichkeit“ und dein Co-Pilot macht Euch miteinander bekannt. Also tust du gut daran, ihm gut zuzuhören, wenn du alle Strecken meistern und ein echter Pro werden willst – ja, wir meinen das Ernst mit dem Titel.

Wenn’s draußen regnet, am besten Rallyespielen auf deinem iPhone

Rally Master Pro ist das erste Racing Game mit Wettersimulation auf dem iPhoneBei einer echten Rallye scheint auch nicht immer nur die Sonne. Genau genommen hat das Wetter sogar größten Einfluss auf das Fahrverhalten deines Rallyeautos. Asphalt wird rutschig, wenn er nass wird und abseits der Straße wird’s bei Regen noch schlimmer. Auf schneebedeckten Straßen driftet man mehr als alles andere und geschicktes Fahren wird zu einer echten Kunst. Um dieses Erlebnis in einem Rallyespiel zur Perfektion bringen, bedarf es einer ausgefeilten Fahrphysik, die das Fahrverhalten überzeugend simuliert. Bereits auf Java hatten wir eine 3D Physik in Rally Master Pro™, die jedes Rad je nach Fahrbahnbeschaffenheit einzeln berechnet hat. Auf dem iPhone, das wesentlich mehr Rechenpower als herkömmliche Handys bietet, konnten wir die Sampling Rate deutlich erhöhen und dadurch ein wesentlich besseres Fahrerlebnis erzielen.

Auf die Steuerung kommst es an, besonders beim iPhone

Rally Master Pro bietet die richtige Steuerung für jeden GeschmackDas Handling und die Steuerung sind das aller Wichtigste bei einem Rennspiel. Selbst die realistischste Fahrphysik wird dich nicht überzeugen, dass du in einem Rallyeauto sitzt, wenn die Steuerung nichts taugt. Dies trifft nirgends so zu wie auf dem iPhone, wo jeder Spieler seine eigene Vorliebe für Touch- oder Bewegungssteuerung und manuelle oder automatische Beschleunigung hat. Wir haben daher umfangreiche Möglichkeiten implementiert, die Steuerung individuell anzupassen. Sogar für Linkshänder haben wir eine Option integriert.

Dreckiger Augenschmaus fürs iPhone

Partikelsimulation mit Dreck, Staub, Gischt und Schnee wie man es bisher noch nicht auf dem iPhone gesehen hat…Damit du die Straße unter den Reifen wirklich spüren kannst, brauchst du nicht nur eine gute Physik und eine präzise Steuerung , auch das visuelle Feedback je nach Wetter muss stimmen oder die Illusion, eine Rallye zu fahren, ist dahin. Bereits in der Java-Version von Rally Master Pro™ hatten wir ein ausgefeiltes Partikelsystem. Jedes einzelne Rad hat je nach Wetter und Fahrbahnuntergrund verschiedene Staub- und Dreckpartikel emittiert. Auf dem großen Display des iPhone konnte diese jedoch nicht mehr überzeugen und wir haben das Partikelsystem komplett neu aufgesetzt.  Um die einzelnen Parameter in Echtzeit einstellen zu können, haben wir ein grafisches User Interface implementiert und viel Zeit in die richtigen Einstellungen investiert. Jetzt kann man richtig schön den Matsch fliegen sehen, wenn man bei Regen auf den off-road Strecken durch den Wald driftet und auf trockenen Pisten ziehst riesige Staubwolken hinter sich herzieht, während man auf nassem Asphalt die Gischt sprühen sieht.

Kompromisse gibt es immer, selbst bei iPhone Games

Natürlich kann alles immer noch einen Tick besser sein und einige werden auch immer etwas zu meckern haben. Beispielsweise dass es keine detaillierte Cockpit-Ansicht gibt oder dass man die Autos nicht tunen kann (was bei einer Rallye jedoch eh nur in geringem Umfang zulässig ist). Wir denken jedoch, Rally Master Pro™ macht echt süchtig und bietet eine Menge Spaß, wenn Benzin in deinen Adern fließt. Aber das kannst du in Kürze am Besten selbst herausfinden. Bis dahin bekommst du schon mal einen Vorgeschmack mit unserem offiziellen Game Trailer.

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Fragmentierung bedroht den Erfolg von iPhone und iPod touch

27.07.2009 | 2 Kommentare | iPhone Games News, iPhone News

Apple hat gerade sein erfolgreichstes Quartal aller Zeiten außerhalb der Weihnachtssaison mit unglaublichen 5,2 Mio. verkauften iPhones und 10,2 Mio. verkauften iPods vermeldet. Damit sind seit dem iPod touch der ersten Generation und dem ersten iPhone gut 45 Millionen Endgeräte im Markt, auf die ihre Nutzer fleißig die verschiedensten Applikation, mittlerweile über 65.000, über den App Store von iTunes herunterladen. In etwas über einem Jahr waren es mehr als 1,5 Milliarden Downloads. Das heißt im Schnitt hat jeder einzelne iPhone- oder iPod touch-Nutzer 33 Applikationen heruntergeladen und installiert. Davon sind andere Handyhersteller wie Nokia, Sony Ericsson, Samsung & Co., als auch die Betriebssystemanbieter Microsoft und Google mit ihren mobilen Marktplätzen Lichtjahre entfernt.

Da kann man Apple nur gratulieren und man könnte meinen, das muss das Paradies für Anbieter (Entwickler) von mobilen Applikationen, insbesondere Games, sein. Eine direkte Geschäftsbeziehung mit Apple ohne Zwischenhändler, weltweite Distribution auf Knopfdruck, eine technisch weit überlegende mobile Plattform, für die man bisher nur mit eine einzige Version einer Applikation entwickeln musst, um eben diese 45 Millionen potentiellen Endkunden zu erreichen.

Fragmentierung – Alptraum aller mobilen Entwickler

Im Juli dieses Jahres hat Apple das neue iPhone und die neue iPhone Firmware 3.0 (iPhone OS 3.0) vorgestellt. Das iPhone 3GS bietet neben zusätzlichen Funktionen, wie z.B. einem Kompass, vor allem mehr Geschwindigkeit. Mit dem iPhone OS 3.0, dass es kostenlos für alle älteren iPhones und für €7,99 für alle iPod touch gibt, lassen sich neue Geschäftsmodelle wie Abos oder kostenpflichtige Zusatzinhalte realisieren. Das sind prinzipiell gute Nachrichten – mehr Leistung ist immer gut und insbesondere durch die neuen Geschäftsmodelle werden sich hochwertigere Applikationen, und vor allem Spiele mit zusätzlichen Levels oder sogenannten in-game Items, in Zukunft realisieren lassen. Doch gerade in der Überlegenheit des neuen iPhone und den neuen Funktionen des iPhone OS 3.0 liegt auch eine Gefahr. Es wurde bereits viel darüber diskutiert, dass Apple eines seiner stärksten Alleinstellungsmerkmale, die Konsistenz der Plattform, aufweicht. Das neue iPhone 3GS und die neuen Funktionen von OS 3.0 führen zwangsläufig zur Fragmentierung und stellen damit auf lange Sicht eine ernsthafte Bedrohung für die Entwickler-Community und den Erfolg des App Store dar.

Wie viele und vor allem welche Versionen von iPhone und iPod touch sind im Markt?

Da es fast keine verlässlichen Daten darüber gibt, wie viele Geräte genau und welche Versionen im Einsatz sind und welche Betriebssysteme darauf benutzt werden, soll an dieser Stelle anhand von handfesten Zahlen die Situation eingehend beleuchtet werden. Das kostenlosen Werbespiel Barclaycard Waterslide Extreme, das im Zuge der kultigen Wasserrutschen-Anzeige von Barclaycard nach einem Konzept von Dare Digital von FISHLABS entwickelt wurde, hat innerhalb von einer Woche über 2,5 Millionen Downloads generiert und dominiert die Download-Charts in 57 Ländern. Da Waterslide Extreme zudem für ein breites Publikum von Gelegenheitsspielern konzipiert ist, kann man damit einen recht guten Überblick der derzeit installierten Geräte und Betriebssysteme erhalten.

Wie bereits erwähnt, ist das iPhone 3GS deutlich leistungsfähiger als anderen iPhone und iPod touch. Aber zwischen iPhone, iPhone 3G, iPod touch der ersten und der zweiten Generation gibt es teils deutliche Unterschiede. Als Entwickler möchte man wissen, wie viele potenzielle Kunden man möglicherweise verliert, wenn man die Anwendung nun für leistungsfähigere Geräte wie den iPod touch der 2. Generation und natürlich das iPhone 3GS optimiert. Eventuell lohnt es sich auch, mehrere verschiedene Grafik-Ausführungen anzubieten.

Statistik der iPhone und iPod touch Verteilung von über 2 Millionen Barclaycards Waterslide Extreme Downloads
 
Sämtliche Daten wurden anonym erhoben und lassen keinerlei Rückschlüsse auf einzelne Anwender zu

Sehr deutlich kann man erkennen, dass iPhone 3G und iPod touch der 2. Generation die beliebtesten Geräte sind, mit fast gleichen Marktanteilen um jeweils 38%. Das iPhone 3GS liegt bei etwa 12,5% Prozent – schon ein recht beachtlicher Anteil, wenn man bedenkt, dass es erst seit kurzem erhältlich ist.
Es empfiehlt sich also, insbesondere in der Spieleentwicklung, wo es auf das letzte Quäntchen Rechenleistung ankommt, für das Leistungiveau des iPod touch der 2. Generation zu optimieren, um auf fast 90% der verkauften iDevices (iPod touch 2. Generation, iPhone 3G und iPhone 3GS) ein gutes Spielerlebnis zu erreichen. Für das ursprüngliche iPhone und den iPod touch der 1. Generation macht es unter Umständen Sinn, Grafikelemente und -effekte zu reduzieren. Andererseits ist es aber auch einfach noch zu früh, eine dezidierte High-End-Version herauszubringen, die die enorme Rechenpower des iPhone 3GS voll unterstützt. Noch kritischer wäre eine Anwendung (Spiel), die auf exklusiven Funktionen des iPhone 3GS basiert.

Wie viele iPhones und iPod touch laufen bereits mit OS 3.0?

Die meisten Entwickler sind ganz begeistert von den neuen iPhone OS 3.0-Funktionen wie In-App-Purchasing, Push Notification, Bluetooth-Multiplayer und so weiter. Aber wann ist die richtige Zeit gekommen, um Anwendungen und insbesondere Spiele auf den Markt zu bringen, die diese neuen Funktionen gezielt verwenden?

Statistik der Verteilung von installierten iPhone Betriebssystemen von über 2 Millionen Barclaycards Waterslide Extreme Downloads
 
Sämtliche Daten wurden anonym erhoben und lassen keinerlei Rückschlüsse auf einzelne Anwender zu

Wer eine Anwendung (Spiel) mit den neuen OS 3.0-Funktionen für das iPhone herausbringen möchte, kann dafür mit rund 60% der gesamten potenziellen Kundschaft rechnen. Damit erreicht man immer noch eine Menge potentielle Kunden, aber es ist nicht einfach, in die Top 25 zu kommen, wenn die Anzahl der möglichen Downloads im Vergleich mit OS 2.x-Anwendungen der Konkurrenz um bis zu 40% niedriger liegt (auch wenn manch einer sich vielleicht für eine besonders tolle Anwendung ein 3.0-Upgrade besorgt).

Natürlich wird Apple Anwendungen (Spiele) mit OS 3.0-Funktionen besonders bewerben, um das zu kompensieren. Aber sobald die Werbeaktion endet, ist das Risiko wieder da. Der Zeitpunkt der Veröffentlichung kann also sehr entscheidend sein, wen man bereits OS 3.0-Funktionen unterstützen möchte. Vielleicht ist es auch sinnvoll, zunächst eine Applikation mit OS 2.x-Funktionen herauszubringen und dann, wenn die erste Vermarktungswelle vorüber ist, ein Update mit OS 3.0-Funktionen nachzuschieben, um damit eine zweite Vermarktungswelle zu starten. Das funktioniert natürlich nicht bei Anwendungen (Spielen), die komplett auf den Funktionen von OS 3.0 basieren.

Wie immer ist der Erfolg einer Applikation nicht nur von diesen Überlegungen abhängig aber mit Sicherheit hat die Strategie, wann und welchem Umfang man auf die neuen Funktionen des iPhone 3GS und des iPhone OS 3.0 setzt, einen wesentlichen Teil daran an. Gemessen an der Dynamik, die im App Store herrscht, werden wir in kürze erfahren, was sich bewährt und was nicht. Nur wird Apple bis dahin weitere zig Millionen Geräte verkauft haben und es gelten dann wieder neue Spielregeln. Aber das macht es ja auch so spannend.

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Apple WWDC 09 – Ein Jahr später und dabei Lichtjahre voraus, in der Tat!

19.06.2009 | 0 Kommentare | iPhone Games News

Apple WWDC 09 Moscone West Conference CenterNun, ich war zuvor noch nie auf der WWDC, daher kann ich nicht wirklich vergleichen. Ohne Zweifel ist Apple seinen Konkurrenten jedoch weit voraus und die Konferenz bot mehr, als wir erwartet hatten. Aber eins nach dem anderen. Noch immer gebeutelt vom Jet-Lag habe ich es versäumt, ein Foto von Marc, unserem CTO, zu machen, als er für die Keynote anstand. Ich kann mich an keine andere Entwicklerkonferenz erinnern, bei der die Teilnehmer stundenlang anstanden, um in die Konferenz zu gelangen. Nun weiss ich auch, warum sie es Blockbuster nennen. Beim Moscone West gab es eine ewig lange Schlange eifriger Entwickler, die einen Sitz in den ersten Reihen des riesigen Raumes ergattern wollten. Der Saal hat locker 5,000 Leute gefasst.

Drinnen ähnelte die Atmosphäre der, eines Rock-Konzertes – die Menge konnte es kaum erwarten, dass die Show begann. Die Bühne war in der Tat riesig, gewaltige Lautsprecher und bunte Scheinwerfer hingen von der Decke – ein großes Apple-Logo leuchtete im Hintergrund. Es sah aus, als wollte uns Apple wegpusten. Phil Schiller, SVP von Worldwide Product Markeing, kam auf die Bühne und begann die Fakten der diesjährigen Konferenz vorzutragen: 5,200 Entwickler aus 54 Ländern der ganzen Welt, “das ist der beste Start für unsere Entwicklerkonferenz, den wir jemals hatten,” erklärte er enthusiastisch. 

In den folgenden 15 Minuten kündigte Phil das neue Lineup des MacBook Pro an, alle mit besseren CPUs  (bis zu 3GHz), mehr Speicherkapazität (bis zu 8 Gig), besserer Grafik und einem neuen Akku (für bis zu 1,000 Aufladungen und mit einer Leistungsdauer von bis zu 7 Std). Alle Modelle sind dabei günstiger, als ihre Vorgänger und ab heute verfügbar – Klasse! Gefolgt von beeindruckenden Statistiken über die installierte Mac OS User Base. In den vergangenen zwei Jahren hat sich die Zahl von OS X Usern auf heute 75 Millionen verdreifacht (hauptsächlich durch die 40 Millionen iPhone und iPod touch User, aber trotzdem beeindruckend).

Was ist besser als ein Leopard?

Das nächste Thema war Mac OS im Detail. Bertrand Serlet, Head von OS, übernahm und präsentierte einige interessante Zahlen und Fakten über die Verbesserung von Snow Leopard (90% von Leopard wurde in Snow Leopard verfeinert) - nicht ohne ein paar scharfe Bemerkungen zu Vista und seinen Nachteilen. Am interessantesten: Snow Leopard läuft bis zu 45% schneller, es ist zu 85% mit dem iPhone OS kompatibel und belegt etwa 6GB weniger Festplattenspeicher, durch die neue Datenkompression.

Safari 4 und Quicktime X reloaded.

Gemeinsam mit Snow Leopard, erfahren Safari und Quicktime ebenfalls ein Update. Safari 4, das nun sowohl für Mac als auch Windows PCs angeboten wird, beeindruckte durch seine großartige Leistung. Laut Acid 3 Test erreichte es 100/100 (die Bewertung bezieht sich auf HTML Webseiten) und überholt damit Chrome und Firefox bei weitem. Craig Federighi, VP von Mac OS Engineering, hatte große Freude daran, die Geschwindigkeit von Safari zu demonstrieren, indem er die kompakte New York Times Homepage aufrief, die von mit Werbung für Microsofts neuer Bing-Suchmaschine überschwemmt war.

Quicktime erhielt eine Überarbeitung seines User-Interface. Tatsächlich gibt es kaum mehr ein User-Interface. Wenn man auf Wiedergabe geht und die Maus sich außerhalb des Quicktime-Fensters befindet, werden weder Statusleiste noch Steuerung angezeigt. Reduce to the max. Außerdem kann Quicktime nun mit jedem Web-Server kommunizieren. Im Endeffekt kann man sein Video nung einfach auf YouTube hochladen. Was wirklich gut ist: Das Trimming ist nahtlos integriert und Quicktime konvertiert die Clips fast unmittelbar in die entsprechende Darstellung für HDTV, Apple TV, YouTube und anderen Formaten.

Und nun schwere Entwickler-Kost.

64bit, Grand Central Dispatch, OpenCL. Ihr braucht das wahrscheinlich nicht im täglichen Leben, wenn Ihr keine Hardcore-User seid, aber ein Blick darauf lohnt sich: Mit 64bit Mac OS sind Applikationen nicht mehr darauf begrenzt, nur 4 Gig RAM zu adressieren und natürlich kann mit einer Geschwindigkeitssteigerung für Software, geschrieben in  64bit, gerechnet werden (sind Photoshop-User jetzt glücklich?). Der nächste Punkt war Multi-Core. Um von den Multi-Cores in modernen CPUs zu profitieren (wir sehen keine höhere CPU Taktraten mehr aber immer mehr Cores, um die Leistung zu verbessern) musste die Software in Threads eingerichtet werden. Grand Central Dispatch ist eine neue Technologie in Snow Leopard mit eingebautem Support für Multi-Core, der Threads aufbaut. Überraschenderweise  profitiert sogar Apple Mail stark davon, da es viele Threads nutzt.  Schließlich bietet OpenCL, eine Open-Standard in c-basierte Sprache, um die Rechenleistung moderner Grafikarten zu nutzen, Entwicklern bis zu 1 Teraflop (eine Trillion Rechenoperationen pro Sekunde). Was auch immer man mit dieser Menge an Pferdestärken unter der Haube anfängt, wenn man kein Wissenschaftler ist.

Neue Freunde gewinnen

Mich persönlich ließ das letzte neue Feature von Snow Leopard feststellen, dass es nun eigentlich keine Entschuldigung mehr gibt, kein MacBook Pro zu haben: Die Integration von Microsoft Exchange. Mit einem MacBook Pro kann man sich also nun ohne Schwierigkeiten mit dem Firmen-Email Backend Server verbinden, es sieht besser aus, ist schneller und hält länger durch, hat eine bessere Kompatibilität mit dem iPhone (Tethering zum Beispiel), man muss sich um Viren keine Sorgen machen und nach dem Einschalten brauch man sich nicht erst einen Kaffee zu holen, bevor man mit der Arbeit beginnen kann. Ach komm, so schlecht war das eigentlich gar nicht.

Dem iPhone gehört der Rest der Show

Ok, die meisten Neuigkeiten waren interessant aber nicht der Hauptgrund unserer Anwesenheit. Der SVP iPhone Software, Scott Forstall, kam auf die Bühne und wir (die iPhone Entwickler) hörten jetzt aufmerksamer zu. “Es war ein unglaubliches Jahr für das iPhone. Vor weniger als einem Jahr haben wir die Firmware 2.0 gelaunched und damit auch das SDK,” sagte er. “Die Resonanz war umwerfend – Entwickler haben  das kostenlose SDK mehr als drei Millionen Mal heruntergeladen.” [Applaus] “Jetzt arbeiten wir wirklich hart daran, die User-Base für Eure Applikationen zu vergrößern […] Wir haben bereits mehr als 40 Millionen iPhones und iPod Touches verkauft […] Das sind eine Menge Devices. Und wir sind schon jenseits einer Billion Downloads.”

iPhone Firmware 3.0 Highlights

Gut, MMS-Support ist sicherlich kein Highlight für Europäer, da andere Handy-Hersteller dies schon seit einer Weile hier unterstützen. Aber in den USA scheint es trotzdem eine große Sache zu sein. Man kann das Gleiche bei Copy & Paste diskutieren, aber wie Apple dies implementiert hat, ist erneut deutlich jenseits der Umsetzung seiner Konkurrenten.
 
Elterliche Kontrolle, Tethering (die Nutzung des iPhones als Modem) und die dynamische Sprachumschaltung ist nice to have aber nichts, was mich beeindruckt und ebenfalls bei anderen Herstellern Gang und Gäbe. Das Feature, basierend auf GPS oder einer Mobile Network Zelle, das das iPhone Alarm schlagen lässt, auch wenn es auf leise gestellt ist (sehr hilfreich, wenn man das iPhone in einem Gebäude verloren hat), hat mich jedoch beeindruckt.  Noch besser:  “Remote Wipe” löscht alle Daten (Kontakte, Emails, Fotos etc.) auf dem Gerät.
Jeder, der mal ein Handy verloren hat, weiss, wovon ich spreche. 

Das nächste ist die Peer-to-Peer Bluetooth Konnektivität: “großartig für Games, findet automatisch den anderen Spieler per Wireless oder Bluetooth, kein Carrier erforderlich.” Tja, das ist cool aber Sony Ericsson hatte das bereits … wann war das noch? Ah, 2006. Aber wir wollen uns nicht beschweren, die API wurden gut integriert, so dass es für einen Entwickler nicht zu viel zu tun gibt, um ein Spielepartie zu initiieren. Die Verbindung zu Hardware von Drittherstellern (3rd party hardware), wie dem vorgestellten Diabetes-Monitor, kann auch für externe Games-Kontroller für all die PSP-Liebhaber hilfreich sein, die noch immer Gaming Buttons als das Non-plus-ultra halten. Merkt es endlich, Buttons sind out, Touch und Tilt sind in!

Die Einbettung von Google Maps in die Applikationen ist sicherlich bedeutungsvoll für einige Anwendungen, aber ich war noch nie ein Fan von Location Based Games oder ähnlichem. Ich glaube auch nicht an digitale Bücher. Daher ging das Feature Scroll Motion ohne weitere Reaktion an mir vorbei. Das Letzte, an das ich mich erinnere, ist die Integration des TomTom Navigators auf dem iPhone. Seitdem die meisten neuen Autos mit einem  Satellitennavigationssystem ausgestattet sind, weiss ich nicht, ob das ein Verkaufsschlage wird. Wie auch immer – ich hatte zuletzt nur Autos, die mehr als 20 Jahre alt sind, also haben sie mich damit gekriegt. 

Kein neues iPhone oder was?

Weitere Applikationen, die iPhone 3.0 Firmware nutzen, wurden vorgestellt aber alle Produkte sind sehr nieschig, wie der das Tool zum Einstellen verschiedener Versträker für E-Gitarren oder die Beobachtung und Darstellung von Daten von physikalischen Experimenten. 135 Minuten waren vergangen und wir lauschten geduldig den heißen wie auch den lauwarmen Neuigkeiten. Aber hey, was war mit dem, weswegen wir hergekommen waren? Phil Schiller kam zurück auf die Bühne: “Das iPhone 3G einen Hit zu nennen, wäre die Untertreibung des Jahres. Das iPhone hat die Meinung der Menschen über ihre Telefone verändert  - vor nicht allzu langer Zeit waren sie noch von ihnen frustriert…. Das nenne ich lausige Handys.” Und er hört hier noch nicht auf, der Konkurrenz Saures zu geben: 2/3 des mobilen Browsings (das meiste davon in den USA) läuft über ein iPhone oder einen iPod touch. Schiller vergleicht iPhone App Stores 50,000 Applikationen mit Google Androids 4,900, Nokias 1,088, RIMs 1,030, Palms 18 – Autsch!

iPhone 3GS – Das S steht für Speed!

Apple iPhone 3GS“Das iPhone 3G war schon herausragend, daher bin ich begeistert, Euch nun von der komplett neuen Version zu erzählen – dem iPhone 3GS.” Ich denke, niemand erwartete die Endsilbe 3GS. “Das S steht für Speed, da es das schnellste, stärkste iPhone ist, das wir je entwickelt haben.” Offensichtlich im Durchschnitt drei Mal schneller, abhängig vom  Benchmark. Das Abrufen von Nachrichten ist 2.1 Mal schneller, das Starten von Applikationen (SimCity) ist 2.4 Mal, das Aufrufen der New York Times Homepage geht 2.9 Mal schneller. Gut zu hören, dass Apple auch die Lebensdauer des Akkus verlängert hat – wie viel das allerdings ausmacht, wenn man Games spielt, ist abzuwarten.

Mit dem integrierten Kompass und der drei Megapixel Kamera, die auch VGA Videos mit 30 fps aufnimmt, sieht es so aus, als wurden ein paar mehr neue, coole Technik-Features implementiert aber für uns als 3D Game-Entwickler ist das weniger relevant. Für uns bei FISHLABS waren die wichtigsten Neuigkeiten zum iPhone 3GS der neue Grafik-Chip, die schnellere CPU und mehr Speicherkapazität. Besonders der neue Power VR SGX GPU von imagination mit OpenGL ES 2.0 Unterstützung hat unsere Aufmerksamkeit erregt. Das Einzige, was uns als Entwickler betrifft ist, dass mit dem iPhone 3GS nun auch im App Store die Fragmentierung beginnt. Nun, wir werden sehen, wie dies in Zukunft läuft.

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iPhone Games – what else?

14.02.2009 | 5 Kommentare | Handy Games News

iPhone, iPhone, iPhone! Zurzeit hört und liest man von kaum etwas anderem als den unglaublichen Erfolgen von Apple mit dem iPhone und dem App Store und alle Wettbewerber müssen sich daran messen lassen. Über 500 Millionen Applikationen sind seit dem Start des App Stores in etwas mehr als einem halben Jahr heruntergeladen worden. Mehr als 20.000 Applikationen sind mittlerweile verfügbar -  die meisten davon sind Games. Gameloft, zweitgrößter Mobile Games Publisher, gab bekannt, dass Apple sein mit Abstand größter Kunde sei. Dazu muss man sich vor Augen führen, dass Vodafone als weltweit größter Mobilfunkbetreiber mit über 300 Millionen Nutzern mindestens 10 Mal mehr potentielle mobile Kunden hat, als Apple mit seinen  iPhone- und iPod touch-Nutzern zusammen. Aktuelle Analysen belegen eindrucksvoll die hohe Akzeptanz von Applikationen bei iPhone-Nutzern: Laut ComScore haben gut ein Drittel der iPhone-Nutzer in den USA ein Handyspiel heruntergeladen. Bei normalen Handys liegt der Anteil bei lediglich 3,8% im europäischen Durchschnitt.

Mobile Games Forum 2009: iPhone und App Store in aller Munde

So wundert es nicht, dass sich auch auf dem Mobile Games Forum in London vor zwei Wochen jede Diskussion um iPhone Games und den App Store drehte. Selbst die Keynote von Suresh Sudera, Head of Game von Vodafone, nutzte Apples Erfolg als Leitbild. Als wesentliche Probleme der Entwickler nannte Suresh die extreme Fragmentierung der Handys (zig hundert Versionen sind von einem Handyspiel erforderlich, um es weltweit auf möglichst vielen Geräten zu vermarkten), niedrige Margen (je nach Vertragsverhältnis bekommt der Entwickler 25-50% des Endkundenpreises) und unzureichendes Marketing (beschränkt sich im Wesentlichen auf die Werbung innerhalb des WAP-Portals des Netzwerkbetreibers).

Interessant, hatte doch unser Blog Anfang des Jahres mit der Ankündigung, uns auf iPhone Games und andere Smartphone-Plattformen zu fokussieren und aus genau den oben genannten Gründen bis auf weiteres keine neuen Games für den Vertrieb über Netzwerkbetreiber zu entwickeln, für viel Wirbel gesorgt. Bezeichnend, dass jetzt selbst Top-Publisher THQ Wireless mit unglaublichen starken Marken wie Star Wars, Indiana Jones und Worms, nach herben Verlusten dieselbe Richtung einschlägt.

Sind iPhone Games und App Store wirklich so viel besser?

Aber warum ist Apple so erfolgreich mit Games für iPhone und iPod touch? Ist Apple so gut oder sind alle anderen so schlecht? In der Tat hat Apple mit dem iPhone zusammen mit dem App Store eine Revolution ausgelöst. Das iPhone ist das mit Abstand leistungsfähigste Gerät für Handyspiele und übertrifft zum Teil sogar die PSP von Sony. Der größte Vorteil des App Stores ist sicherlich die nahtlose Anbindung zum iPhone. Jeder Nutzer verbindet sich wie selbstverständlich mit dem Dienst. Da das per Datenkabel mit dem PC (Side Loading) oder direkt per WiFi geschieht, entstehen natürlich keine Verdingungskosten, was bei den meisten Netzwerkbetreibern der Fall ist, falls man nicht gerade einen entsprechenden Datentarif hat. Selbst für die Nutzung unterwegs ist das iPhone besser aufgestellt, weil Apple dafür gesorgt hat, dass das Gerät nur zusammen mit einer Daten-Flatrate angeboten wird. Der Kunde tappt mit seinem iPhone also nie in die Kostenfalle.

3:0 für Apple.

Bei der Nutzung über das Datenkabel oder WiFi fällt sofort auf, dass das Browsen durch die Applikationen wesentlich schneller und intuitiver vonstatten geht als auf einem WAP-Portal. Auch der Informationsgehalt zu jeder Applikation ist mit ausführlichem Beschreibungstext, fünf hochauflösenden Screenshots und nicht zuletzt den User-Bewertungen und -Empfehlungen hervorragend. Gängige WAP-Portale bieten hier nur einen sehr kurzen Text, nur in der Ausnahme Screenshots und/oder Bewertungen und Empfehlungen à la Amazon sucht man meist vergebens. Eine löbliche Ausnahme ist hier das Handygames-Portal von Vodafone Deutschland, bei dem außerdem auch das Surfen innerhalb des Portals kostenlos ist.

Vodafone erzielt den Anschlusstreffer zum 3:1.

Dank der direkten Geschäftsbeziehungen ohne Zwischenhändler und der Möglichkeit, Downloads je nach Land auf Tagesbasis analysieren zu können und täglich Applikationen sowie Marketingmaterialien aktualisieren zu können, lassen sich Erfolg oder Misserfolg der Games und etwaiger Marketingmaßnahmen sofort bewerten. Wir als Anbieter können so sehr schnell auf Kundenanforderungen und Marktveränderungen reagieren und unser Angebot stetig verbessern.

BAMM! Kurz vor Ende der ersten Halbzeit drückt Apple den Netzwerkbetreibern noch einen rein und schickt sie mit 4:1 in die Kabine.

Viel Licht – viel Schatten?

Der einzige aber schwerwiegende Nachteil im App Store ist zurzeit das Überangebot an Applikationen. Hier werden 20.000 Applikationen schnell zur Qual der Wahl, zumal täglich gut hundert neue dazu kommen. Trotz der erst kürzlich eingeführten Kategorien und User-Bewertungen fällt es schwer, die guten Games zu finden.

Das hat auch Konsequenzen für die Anbieter. Wenn man sich mit seinen Titeln nicht in den Top25 befindet, generiert man nur relativ wenige Downloads. Folglich ist die Zahl der Fun Applikationen und sehr einfachen Spiele sehr groß und es herrscht ein verheerender Preiskampf, da die Anbieter selbst den Preispunkt bestimmen dürfen. Letztlich gerät das wiederum zum Nachteil des Verbrauchers, weil sich reichhaltige und wirklich gute Applikationen (Games) nur schwer durchsetzen können. Das macht das Entwickeln von hochwertigen Games oder sehr speziellen Anwendungen (Games?) für eine besondere Zielgruppe äußerst risikoreich. Aber hier gibt es bereits Gerüchte, dass Apple für eine wenige Publisher eine Premium Kategorie einrichtet. Ebenfalls ein Makel, dass Vodafone Deutschland identifiziert hat und mit einer Premium-Kategorie bereits erfolgreich unterwegs ist.

Vodafone verkürzt auf 4:2.

Vergleicht man nun all diese Vorteile mit der Situation, Handyspiele über Netzwerkbetreiber zu verkaufen, wo wir als Entwickler lediglich 25-50% vom Endkundenpreis erhalten, hunderte von verschiedenen Handymodellen unterstützten und mit zig Partnern zusammen müssen, ist Apples Geschäftsmodell mit Abstand das fairste, flexibelste, schnellste und damit auch das profitabelste. Und das führt letztlich wiederum zu besseren Applikationen zum Vorteil der Endverbraucher.

Apple fegt Vodafone & Co. 5:2 vom Platz.

Haben andere Handy-Hersteller überhaupt noch eine Chance?

Sagen wir mal so, jeder halbherzige Versuch, zum iPhone aufschließen zu wollen, ist zum Scheitern verurteilt. Apples iPhone war wie ein Weckruf für die gesamte Branche und wer von den anderen Herstellern jetzt nicht Vollgas gibt, wird wohl auf der Strecke bleiben. Apple ist bei den sogenannten Smartphones bereits um einiges voraus und wird sich sicher nicht auf seinem Erfolg ausruhen, sondern weitere Zielgruppen erschließen.

Man darf jedoch nicht außer Acht lassen, dass ein großer Teil des Erfolgs darin liegt, dass Apple sich lediglich auf das High-end Segment beschränkt hat. Hier sind die Margen hoch und es musste auch nur ein Produkt entwickelt werden. Das spart Entwicklungs- und Marketingkosten. Mit Sicherheit werden die anderen Handy-Hersteller ihr Portfolio stark bereinigen und in 2009 deutlich weniger Modelle auf den Markt bringen. Auf jeden Fall müssen die anderen Anbieter ebenfalls ein hochwertiges Angebot an Applikationen und Diensten direkt anbieten. Es geht mittlerweile um mehr als nur darum, ein Handy mit Kamera und MP3-Player anzubieten. Entsprechende Ankündigungen dazu gab es ja bereits.

Was machen Nokia, Sony Ericsson, Android und Microsoft?

Nokia hat ausdrücklich erklärt, mit Zusatzdiensten einen wesentlichen Teil seines Umsatzes zu generieren und ist mit OVI und seinem integrierten Spieleangebot N-Gage bereits gut aufgestellt. Ähnlich wie beim iPhone, kann man auch bei Nokia Spiele erst auf den PC laden und dann auf das Mobiltelefon kopieren, wodurch die Transferkosten über das Mobilfunknetzwerk eingespart werden. Ein solides DRM-System sorgt für entsprechenden Kopierschutz. Umfangreiche Community Features, wie z.B. online Highscores und User-Bewertungen für die Spiele, runden das Angebot von Nokia ab. Die Strategie, nur ausgewählten Publishern mit hochwertigen Games Zugang zu gewähren und deren Handyspiele auf zig Millionen Geräten als Try&Buy-Version vorzuinstallieren, könnte den entscheidenden Unterschied zum App Store machen. Außerdem ist Nokia führend im Bereich der Wachstumsmärkte, also Brasilien, Russland, Indien und China und bietet mit Mobiletelefonen, die vielleicht nicht ganz so leistungsfähig, dafür aber günstiger als das iPhone sind, die Spielekonsole für die mobilen Gamer von morgen.

Apple und gehen Nokia 2:2 in die Pause.

Sony Ericsson hat mit PlayNow ebenfalls ein eigenes Portal für mobile Inhalte, das direkt vom Handy aus zugänglich ist. Das Angebot ist jedoch eher reichhaltig, als durchgängig hochwertig und zu den einzelnen Spielen gibt es ähnlich dürftige Informationen wie bei den meisten WAP-Portalen der Netzwerkbetreiber. Da es auch kein Bewertungssystem gibt, kauft der Kunde die Katze im Sack. Community Features oder die Möglichkeit des Side Loading fehlen ebenfalls und Anbieter von hochwertigen Spielen vermissen einen wirksamen Kopierschutz (für Java Games generell nicht wirksam). Hier muss Sony Ericsson in allen Bereichen dringend nachbessern, wenn der Anschluss im High-end Bereich nicht verpasst werden soll. Jüngste Ankündigungen seitens der Unternehmensführung geben Anlass zur Hoffnung, dass sich hier etwas tut.

Bei allen Defiziten darf jedoch nicht unterschätzt werden, dass Sony Ericsson im Bereich Java seiner Konkurrenz immer noch um Jahre voraus ist und von seiner Positionierung und der Nähe zum Mutterkonzern Sony viel näher am Thema Games dran ist als seine Wettbewerber.  Entsprechend beliebt ist Sony Ericsson bei Handy-Gamern in Europa (mMetrics), Russland und weiten Teilen Asiens. An sich also eine gute Basis, die mit dem konsequenten Ausbau im Smartphone-Bereich und der Erweiterung bzw. Neustrukturierung von PlayNow äußerst erfolgreich sein kann.

Sony Ericsson liegt mit 1:2 gegen Apple zur Halbzeit hinten, ist aber mit neuem Sturm und einer umgestellten Abwehr im zweiten Durchgang durchaus für eine Überraschung  gut.

Googles Android-Plattform mit dem Marketplace gleicht vom Ansatz her Apples Strategie. Der Publisher bekommt ebenfalls 70% und übernimmt das Marketing selbst. Jedoch handelt es sich bei Android letzten Endes wieder um eine Java-Plattform, die keinen Schutz vor Softwarepiraterie bietet. Das erste Mobiltelefon mit Android-Betriebssystem, das G1, kann von seinen Leistungsdaten und vor allem vom Design und der Verarbeitungsqualität mit dem iPhone nicht mithalten. Gerade für Gamer ein wichtiger Aspekt. Außerdem ist Google nur bekannt für das Suchen und Finden von Informationen sowie seine kostenlosen Zusatzdienste, wie z.B. Google Maps. Geld verdient Google ausschließlich mit Werbung. Das Verkaufen von mobilen Inhalten passt in diese Strategie jedoch irgendwie gar nicht rein – auch wenn Google anscheinend großzügig diese Einnahmen an Publisher und Netzwerkbetreiber weiterreichen will. Es ist daher mehr als fraglich, ob Nutzer in einem gelernt kostenlosen Google-Umfeld bereit sind, für Games und andere Applikationen zu zahlen. Noch fraglicher erscheint, ob potentielle Nutzer bereit sind, sich von Google, bei allem was sie auf ihrem Handy tun, permanent über die Schulter schauen zu lassen: Die Aktivierung des G1 erfordert ein Googlemail-Account über den das gesamte Nutzungsverhalten durch Google nachverfolgt werden kann.

Android hatte mit der unglücklichen Aufstellung einen schlechten Start in der ersten Hälfte und wird am 0:2 ordentlich zu knabbern haben. Ob das Team des Internet-Suchriesen die richtigen Mittel finden wird, das Spiel doch noch zu seinen Gunsten zu entscheiden, ist mehr als offen.

Microsoft, seit Jahren im Smartphone-Business unterwegs, hat sich mit Windows Mobile und starken Partnern wie HTC und Sony Ericsson (!) sowie einer sehr guten Anbindung an die Office-Umgebung bei den Business-Kunden einen guten Namen gemacht. Als Handyspieleplattform konnte sich Windows Mobile in Ermangelung eines App Stores und fehlendem Endkundenmarketing jedoch nicht etablieren. Windows Mobile-basierte Handygames spielen selbst bei Handango, einem der größten Online-Anbieter von Windows Mobile Applikationen, eher ein Nischendasein –  trotz der der hochwertigen Spiele, die dank des nativen Betriebssystems von Windows Mobile den Java-Games überlegen sind.

Mit dem bereits angekündigten Skymarket, über den bisher wenig bekannt ist, könnte Microsoft diese Lücke jedoch sehr schnell schließen. Dass Microsoft selbst sehr spät sogar relative artfremde Märkte erobern kann, ist nicht zuletzt durch den erstaunlichen Erfolg der Xbox360 gegenüber dem vermeintlichen Platzhirschen Sony mit seiner Playstation 3 eindrucksvoll belegt.

Zu Hause mit 1:3 hinten. Microsoft ist in der ersten Hälfte nur mühsam ins Smartphone-Spiel gekommen und es hat eine Weile gedauert, bis die Kommunikation zwischen den Spielern aus unterschiedlichen Clubs gestimmt hat. Aber es wäre nicht das erste Match, das der Software-Gigant in der zweiten Hälfte oder gar erst in der Verlängerung dank seiner immensen Reserven mit massivem Druck gedreht hat. Dieser Mannschaft trauen wir jedenfalls noch einiges zu.

Fazit

2009 verspricht eine äußerst spannende Rückrunde im Bereich Handygames zu werden. Den Sieg im Download-Business werden wahrscheinlich die Handy-Hersteller unter sich ausmachen. Auch wenn Vodafone und T-Mobile (USA) die Zeichen der Zeit erkannt zu haben scheinen und weitreichenden Verbesserung angekündigt oder sogar schon umgesetzt haben, fundamentale Veränderung wird es wohl kaum geben.  Zu schwer wiegt die Fragmentierung bei Mobiltelefonen und dem Geschäftsmodell mit Zwischenhändlern und jeweils verschiedenen Verantwortlichen in einzelnen Regionen, das dem Vertrieb von Applikationen über Netzwerkbetreiber zu Grunde liegt. Mit anderen Worten: Wir glauben nicht, dass die Netzwerkbetreiber einen weltweiten App Store à la Apple werden umsetzten können.

Bei den Geräte-Herstellern, oder besser Plattformbetreibern mit Microsoft und Google an Bord, liegt Apple ganz  klar vorn. Aber nicht für jeden ist das iPhone das beste Handy zum Spielen. Nokia verkauft immer noch zig Mal mehr Geräte und auch Sony Ericsson ist zusammen mit seiner Nähe zuSony und eventuell mit einer Allianz mit Microsoft durchaus in der Lage, sich ein großes Stück vom Mobile Games Business zu sichern. Alle Aufmerksamkeit geht nun in Richtung Mobile World Congress in Barcelona nächste Woche, wo es sicher wichtige Ankündigungen im Bereich Produktstrategie aber auch Mobile Services von den üblichen Verdächtigen geben wird.

Wir, in diesem Kontext einmal nicht die Spieler, haben uns mit Bier und Würstchen nach der zehrenden Hinrunde gestärkt und sind nun gespannt auf den weiteren Verlauf und natürlich den Ausgang der Partie.

Game on!

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GDC Mobile: Handy Games nicht mehr vom Netzwerkbetreiber?

21.02.2008 | 2 Kommentare | Handy Games News

Es scheint sich etwas Grundlegendes zu verändern, wo und wie in Zukunft Handspiele und auch andere mobile Inhalte vertrieben werden. Egal wer auf dem Podium während der GDC Mobile stand, ob Michel Guillemot, der CEO von Gameloft, Anssi Vanjoki, Chef von Nokias Multimedia-Sparte, Kristian Segerstrale, ehemals Europachef von Glu, Thomas Richter,  Chef für Lizensierung von Handygames und anderen mobilen Inhalten bei Jamba oder Robert Tercek, Mobile Games Veteran und Mitgründer der GDC Mobile, sie alle sagen eins voraus: Handyspiele werden künftig nicht, bzw. nur noch zum geringen Teil, über Mobilfunkbetreiber vertrieben werden. Sie scheinen Recht zu haben. Nur ein einziger Vertreter von den Mobilfunkbetreibern war z.B. während einer gut besuchten Veranstaltung anwesend. Anscheinend interessiert sich wirklich keiner der Netzwerkbetreiber, was es mit Ovi, dem neuen Portal von Nokia für Handyspiele und andere mobile Inhalte oder neuen Plattformen für Handygames wie Android von Google oder dem iPhone von Apple, auf sich hat.

Dabei verpassen die Mobilfunkbetreiber eine riesen Chance, wenn nicht sogar das wichtigste Geschäftsmodell für die Zukunft überhaupt. Seit längerem schon sind die Einnahmen mit Gesprächsgebühren rückläufig und die Zukunft liegt ganz klar in mobilen Datendiensten. Darin sind sich alle Analysten einig. Das ist vor allem äußerst bemerkenswert, haben sich die Netzwerkbetreiber doch immer dagegen gewehrt, nicht nur eine „Pipeline“ für mobile Inhalte zu sein, sondern dieses Geschäft maßgeblich voran treiben zu wollen.

Wer verdient mit Handygames künftig Geld?

Doch gerade hier haben die Mobilfunkbetreiber, durch ihre hohen Übertragungsgebühren und geringen Margen für Anbieter von Inhalten und nicht zuletzt ihre restriktive Art, welche Handyspiele überhaupt gelistet werden und welche Endgeräte alle unterstützt werden müssen, eine ganze Industrie in die Enge getrieben. Besonders die stark schwankende Qualität der angebotenen Handygames (also die, die der Netzwerbetreiber auswählt und zum Kauf anbietet) und die versteckten Übertragungskosten haben viele Konsumenten abgeschreckt und weiteres Wachstum des Marktes für Handygames verhindert. Auch ist kaum zu erklären, warum der Klingelton eines Musikstückes um ein Vielfaches teurer ist als das Original im MP3-Format.

Kein Wunder also, dass Handygames Publisher und Musikverlage aber auch Technologieunternehmen wie Nokia, mit N-Gage und Ovi, Apple mit dem iPhone oder Google mit Android andere Wege suchen, um sich für die Zukunft strategisch richtig zu positionieren und vom großen mobilen Kuchen ein ordentliches Stück abzuschneiden. Am Ende stellt sich die Frage: wer hat die größere Macht? Die Netzwerkbetreiber, mit ihrer direkten Kundenbeziehung durch die Kontrolle des mobilen Netzwerkers und der Möglichkeit der einfachen Bezahlung über die Mobilfunkrechnung. Oder sind es die Hersteller der Endgeräte, auf denen Handyspiele, Klingeltöne und Musikstücke mit dem Erfolg des mobilen Internets am Mobilfunkportal vorbei oder sogar völlig unabhängig vom Netzwerkbetreiber über das normale Internet gefunden, gekauft, heruntergeladen und per Sideload auf dem Handy genutzt werden können.

Jedoch bleibt abzuwarten, ob für Publisher der Verkauf von Handygames über iTunes wirklich attraktiver und nicht ähnlich restriktiv wie über die Netzwerkbetreiber wird. Zudenken gibt jedenfalls, dass auch Apple oder Google auf der GDC Mobile nicht präsent waren, um Entwickler für Ihre neuen Plattformen zu begeistern. Also doch nur alles mobile Luftschlösser? Wir von FISHLABS werden uns auf jeden Fall die neuen Technologien genau anschauen und sowie sich eine Chance bietet, auch unsere Handyspiele über die neuen Kanäle vertreiben.

Es bleibt spannend. Game on!

Hier gibts alle Handygames von Fishlabs

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